Tauchen auf Elba 2002

 

Nach zwei Jahren Kroatien hat es uns mal wieder weiter in den Süden gezogen, und zwar auf die Insel Elba, wo ich mit der PADI-Tauchschule "Spiro Sub Padi Dive Center" in Marina di Campo einige tolle Tauchgänge machte. Hier ein Bildbericht:

 

Allgemeines

Endlich wieder mal richtige Steilwände mit Gorgonien, tolle Unterwasserlandschaften, gute Sicht und Fische, Fische, Fische. Das ist das, was mir im nördlichen Kroatien abgegangen ist.


Rund ums Tauchen

1. Strand und Schnorcheln

Marina di Campo hat laut Reiseführer den schönsten Sandstrand Elbas, was ich mir sehr gut vorstellen kann: an beiden Enden von Felsen begrenzt, kristallkares Wasser (am Ufer 26 °C, weiter draußen an der Oberfläche 25 °C), und aufgrund seiner Breite viel Platz. Also sehr geeignet für einen Familienurlaub, für jeden ist etwas dabei! Schnorcheln (Boje mitnehmen!!) ist vor allem bei den Felsen im Osten schön, aber auch über dem Sandgrund  sehr interessant - ich habe dort zum ersten mal den seltenen Fisch Dactylopterus volitans (Flughahn) entdeckt. Unglaubliche Farben, wenn der seine Brustflossen aufspannt! Keine Quallen gesichtet.

2. Caulerpa taxifolia

Die im Jahre 1984 erstmals im Mittelmeer aufgetauchte Alge hat leider auch den Weg nach Elba gefunden. Es handelt sich dabei um eine tropische Alge, die durch Unvorsichtigkeit aus  Aquarien des Ozeanographischen Instituts von Monaco in das Mittelmeer gelangte. Die Alge verbreitet sich nun zusehends im Mittelmeer, Meeresbiologen rätseln noch, wie man sie bekämpfen kann. Problematisch ist sie insofern, weil sie die Seegraswiesen (Posidonia oceanica), die eine sehr wichtige ökologische Nische des Mittelmeeres darstellen (Lebensraum für eine enorme Anzahl von Tier- und Pflanzenarten, Sauerstoffproduktion) vielerorts verdrängen (siehe Abbildung rechts). Gründe für die schnelle Verbreitung sind die sehr hohe Widerstands- und Regenerationsfähigkeit, das schnelle Wachstum sowie die toxischen Inhaltsstoffe, die zum Teil auch an die Umwelt abgegeben werden.

Mehr Infos (Verbreitungskarte, Ökologie) zu Caulerpa taxifolia findest Du unter http://home.t-online.de/home/ars.ase.ts/clt_beke.htm.

 

3. Das Tauchschiff

Netter Kutter mit Dieselmotor. Nachdem es seit kurzem eine neue Bestimmung gibt, die pro Tauchschiff nur mehr 12 Taucher erlaubt (bisher waren 15 Taucher, Kapitän und 2 Tauchlehrer an Bord), ist angenehm viel Platz. Hinzu kommt, dass Pitt Gsell, der Betreiber der Basis, kleine Gruppen zu 2-3 Personen nacheinander ins Wasser schickt, wodurch einem das sonst übliche Gemetzel von lauter gleichzeitig ins Wasser wollenden Tauchern erspart bleibt ("He lass mich mal vorbei", "Mann is mir heiss", "Du stehst auf meiner Maske", "Wer hat meinen Bleigurt gesehen?", "Ich muss kotzen", ....kennen wir ja alle).

 

4. Schnaps an Bord

Meinen mitgebrachten original Wachauer Marillenschnaps (€ 20 die Flasche) haben die an Bord befindlichen Weicheier mit pfauchen und grunzgeräuschen runtergewürgt - lediglich Pitt höchstpersönlich war tapfer und hat ihn mehr oder weniger kommentarlos hingenommen. Musste ich ihn eben alleine gurgeln. Die Tschechen vom Vorjahr (siehe Bericht) hätten den zum Frühstück ausgetrunken und nach mehr gefragt.

Der Strand von Marina di Campo

 

 

 

Die tropische Alge Caulerpa taxifolia

 

 

 

Das Tauchschiff "Marianna"

 


Die Tauchplätze

Bei der Beschreibung der Tauchplätze habe ich die praktisch überall vertretenen Muränen, Brassen, Mönchsfische,... weggelassen und nur etwas selteneren Tiere und Pflanzen erwähnt. Natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit. Die Chance, einen Adlerrochen oder einen Katzenhai zu sehen, hat man bei jedem Tauchgang.

Cala del Fico Capo di Stella Wrack "Elviscot" Punta di Fetovaia Scoglio della Triglia Secca di Fonza Capo di Fonza

 

Cala del Fico

Untiefe in der Nähe des Capo di Fonza. Ich hatte Glück und begegnete einem Adlerrochen! Schöner Tauchplatz, auch für Anfänger. Mir haben die Tauchgänge am nahe liegenden Capo di Fonza und Secca di Fonza trotzdem besser gefallen.

Fotos


Capo di Fonza

Senkrechte von N nach S verlaufende Steilwand bis 40 m, Höhlen und Überhänge mit Edelkorallen, Bärenkrebsen. Interessante UW-Landschaft, gute Austauchmöglichkeit mit viel Sehenswertem im Seichten Wasser zwischen 15 und 9 m!

Fotos


Capo di Stella

Wurde bei meinem diesjährigen Aufenthalt nicht angefahren, kenne ich aber von meinem ersten Besuch aus dem Jahr 1995. Einstieg seeseitig der kleinen Insel "Isola Corbella", tolle UW-Landschaft, Höhlen, viele Gorgonien, Langusten.


Wrack "Elviscot"

Diesen Tauchplatz habe ich nach einer Fahrt mit dem Auto vom Ufer aus aufgesucht, wir aber auch von der Tauchbasis mit dem Schiff angefahren. Das Wrack liegt vor dem weiter westlich gelegenen Ort Pomonte in einer Tiefe von maximal 13 m schräg auf dem Sandgrund. Anfänger sollten das Wrack nur von außen betrachten! Eldorado für Fotografen, mit 15 L Flasche und geringem Luftverbrauch Grundzeit bis 2 Stunden! Zackenbarsche, Plattfische (Butts) auf dem Sandgrund.

Fotos


Punta di Fetovaia

Wenn dieser Tauchplatz angefahren wird, gibt es 2 Möglichkeiten, seinen Tauchgang durchzuführen:

1. Einstieg nach genauer Peilung (Pitt gibt den Befehl zum Sprung) im Tiefen Wasser, freier Fall auf 44-46 m, nicht jedermanns Sache. Auf keinen Fall für Anfänger oder Taucher mit hohem Luftverbrauch geeignet! Bei senkrechtem Abstieg kommt man genau bei der Tragfläche einer U 52 an. Conger! Nach kurzem Aufenthalt mit Kompass Richtung 290°, Pitt ankert dort in ca. 12 m Tiefe. Auf dem Weg dorthin 2 sehr große, standorttreue Zackis. Zwischen den Felsen im seichten 12-15 m Bereich Octopusse und Drachenköpfe. Mich hat der Tauchgang nicht besonders umgehaut, im tiefen Wasser außer der Tragfläche (und die ist auch nicht wirklich toll) nicht viel zu sehen - schade um die viele Luft! Wohl eher was für Tiefengeile.

2. Einstieg nach dem Ankern im Uferbereich. In 25 m kommt man zu den oben erwähnten Zackis, dann zurück, um im Seichten nach Muränen, Octopussen, Drachenköpfen, Schlangensternen und sonstigem Getier Ausschau zu halten. Für Anfänger gut geeigneter Tauchgang.

Fotos und Videos


Scoglio della Triglia

Kleine Felseninsel östlich von Marina di Campo. Meiner Ansicht nach der schönste Tauchplatz. Sehr kurze Anfahrt, nur ca. 2 Meilen Anfahrt. Rund um den Felsen senkrechte Steilabfälle. Madonnenstatue im Westen auf 18 m, Adlerrochen (mit Glück; ich hatte es!), Conger, Drachenköpfe, ein kleines Wrack! Riesige Fisch-Schwärme, ein wirklich toller Tauchgang.

Fotos


Secca di Fonza

Ankern bei der Untiefe vor dem Capo di Fonza. Steilwand mit großem Fischreichtum! Toller Tauchplatz!!

Fotos


Ufertauchgang

Einstieg am felsigen Ost-Rand der Bucht von Marina di Campo. Sehr gute Möglichkeit, einmal einen Tauchgang über dem Sandgrund zu machen! Klingt langweilig, ist aber für den interessierten Taucher nicht so! Plattfische (Butts), Octopusse, Flughähne (!). Achtung, Bootsverkehr in der Bucht!! Also entweder Boje mitnehmen oder einfach erst im seichten Wasser am Ufer auftauchen. Als Alternative zum Sandgrund kann man auch die Posidonia-Wiese und -Böschung erkunden (Caulerpa taxifolia, siehe Abbildung weiter oben!) bzw. im Seichten Geröllbereich bleiben. Ich konnte einen Octopus entdecken, den ich mit einem Fisch gefüttert habe. Foto


Alle Fotos dieser Seiten wurden von mir selbst geschossen, und zwar mit einer Olympus 3040 Digitalkamera im PT-007 Gehäuse. Eine Liste interessanter Tauchliteratur findest Du hier.